Grundkurs: Computer, Internet und Sicherheit
Zentral oder dezentral, lokal oder Cloud, frei oder bezahlt: das Grundwissen für ein sicheres, unabhängiges digitales Leben. Einfach erklärt, mit großer Schrift, in deinem Tempo.
Du bist kein Einsteiger? Glaub uns: Du solltest diesen Kurs trotzdem besuchen.
Du hast deinen Computer eingeschaltet und diese Seite gefunden. Die Bedienung kannst du also. Dieser Kurs erklärt, was die meisten nie erklärt bekommen: wo deine Daten liegen, wem deine Programme gehören und wie du dich schützt. Vier Teile, vierzehn kurze Lektionen. Klick auf eine Überschrift, dann öffnet sie sich.
Teil 1 · Der Computer
1Zentral und dezentralöffnen ›
Zentral heißt: Einer hält alles in der Hand. Dezentral heißt: Jeder behält seinen Teil selbst.
- Zentral: Alle deine Fotos liegen bei einem großen Anbieter. Ändert er die Regeln, die Preise oder fällt er aus, bist du betroffen, und mit dir Millionen andere.
- Dezentral: Deine Fotos liegen auf deinem Rechner und auf einer Sicherungsplatte zu Hause. Niemand sonst entscheidet darüber.
2Lokal und Cloudöffnen ›
Lokal läuft auf deinem eigenen Gerät. Cloud läuft auf dem Rechner eines Anbieters, und deine Daten reisen dorthin.
- Lokal: ein Brief, gespeichert auf deinem Laptop. Eine KI, die auf deinem Rechner läuft.
- Cloud: ein Dokument in Google Docs, Fotos in iCloud, eine KI wie ChatGPT im Browser.
- Die Cloud ist nicht schlecht: Sie ist praktisch zum Teilen und als Sicherung. Die Frage ist immer: Wer kann mitlesen? Deshalb nutzen wir Cloud nur verschlüsselt (Teil 2, Proton).
3Freie und bezahlte Softwareöffnen ›
Freie Software kann jeder einsehen, prüfen und verbessern. Bei bezahlter, geschlossener Software siehst du nur, was der Hersteller dir zeigt.
- Frei heißt vor allem offen, meist auch kostenlos. Beispiele: Linux, LibreOffice, der Browser Brave, die Programme von Proton.
- Geschlossen sind etwa Windows, macOS und Microsoft Office. Was darin passiert, musst du dem Hersteller glauben.
- Vorsicht: Kostenlos ist nicht gleich frei. Viele kostenlose Dienste bezahlst du mit deinen Daten.
4Windows, Mac oder Linuxöffnen ›
Das Betriebssystem ist die Grundausstattung deines Computers. Es entscheidet mit, wer Einblick in deine Daten hat.
- Windows (bezahlt, geschlossen): auf den meisten Computern vorinstalliert, und fast alle Programme laufen darauf. Gut nutzbar, wenn du es bewusst einstellst: Unter „Einstellungen“ und „Datenschutz und Sicherheit“ legst du fest, wie viel an Microsoft geht. Volle Datenhoheit bietet es nicht.
- Mac (bezahlt, geschlossen): sicher gebaut, schnell und stabil, für Profis zum Arbeiten unerlässlich. Auch hier vertraust du einem einzigen Hersteller.
- Linux (frei, offen, kostenlos): die Wahl für deine Datenhoheit. Für den Einstieg eignet sich Linux Mint. Linux läuft oft auch auf älteren Computern gut.
Teil 2 · Das Internet
5Ein Browser: Braveöffnen ›
Du brauchst nur noch einen Browser, und der heißt Brave.
- Brave ist kostenlos und quelloffen. Er blockiert Werbung und unsichtbare Beobachter (Tracker) von selbst. Das Löwen-Zeichen neben der Adresszeile zeigt, was gerade blockiert wird.
- Installieren: brave.com eintippen, „Download“, der Anleitung folgen. Beim ersten Start übernimmt Brave auf Wunsch deine Lesezeichen aus dem alten Browser.
- Einmal einstellen: Brave als Standardbrowser festlegen. Dann öffnet sich jeder Link darin.
- Am Handy: im App Store oder Play Store nach „Brave“ suchen.
6Suchen und sprechen: Brave Search und Brave Talköffnen ›
- Brave Search ist eine eigene Suchmaschine, die kein Profil über dich anlegt. Prüf in den Einstellungen von Brave unter „Suchmaschine“, dass Brave Search gewählt ist.
- Auch hier gilt: Einträge mit „Anzeige“ oder „Gesponsert“ sind bezahlt.
- Brave Talk (talk.brave.com) sind Videoanrufe direkt im Browser, ohne Konto. Wer eingeladen ist, braucht nur den Link, in jedem Browser.
- Kostenlos für Gespräche mit bis zu vier Personen.
7Proton: E-Mail und Kalenderöffnen ›
Proton ist ein Schweizer Anbieter, der E-Mail, Kalender und Speicher verschlüsselt anbietet, mit quelloffenen Programmen und kostenloser Grundversion.
- Proton Mail: Deine Nachrichten werden verschlüsselt gespeichert. Zwischen zwei Proton-Adressen ist alles durchgehend verschlüsselt. An alle anderen schreibst du ganz normal.
- Proton Calendar: deine Termine, ebenfalls verschlüsselt.
- Umsteigen: Auf proton.me eine Adresse anlegen. Beim Umzug alter Nachrichten und Kontakte hilft Proton mit „Easy Switch“.
8Proton: Drive, Pass und VPNöffnen ›
- Proton Drive: verschlüsselter Speicher für Fotos und Dateien. Die Cloud, die nicht mitliest.
- Proton Pass: ein Passwort-Speicher. Er merkt sich alle deine Passwörter, du merkst dir nur eines.
- Proton VPN: schützt deine Verbindung in fremden WLANs, etwa im Café oder Hotel. Auch hier gibt es eine kostenlose Version.
- Proton Lumo: der KI-Assistent von Proton. Laut Proton speichert er keine Protokolle, verschlüsselt deine Gespräche und nutzt sie nicht zum Training. Es gibt eine kostenlose Version.
Teil 3 · Sicherheit
9Lokal gegen Cloud: der Sicherheitsvergleichöffnen ›
Beides hat Stärken. Wer beides kennt, entscheidet selbst.
| Frage | Lokal | Cloud |
|---|---|---|
| Wer hat die Daten? | du | der Anbieter |
| Kein Internet? | läuft weiter | kein Zugriff |
| Gerät gestohlen oder kaputt? | ohne Sicherung weg | bleibt erhalten |
| Wer kann mitlesen? | nur wer an dein Gerät kommt | der Anbieter, wenn nicht verschlüsselt |
| Wer bestimmt Regeln und Preise? | du | der Anbieter |
10Gute Passwörteröffnen ›
- Lang ist besser als kompliziert. Drei oder vier Wörter, die nicht zusammengehören, plus eine Zahl: zum Beispiel „Tulpe Fahrrad Honig 47“. (Nimm nicht genau dieses.)
- Für jedes Konto ein anderes Passwort. Wird eines gestohlen, bleiben die anderen sicher.
- Proton Pass merkt sich alle Passwörter für dich, du merkst dir nur noch eines.
- Das wichtigste Passwort ist das für deine E-Mail. Wer deine E-Mail hat, kann alle anderen Passwörter zurücksetzen.
- Ein Heft zu Hause in der Schublade ist sicherer als überall dasselbe Passwort. Nicht am Bildschirm aufkleben.
- Wo es angeboten wird, schalte die Bestätigung per Handy ein. Dann braucht ein Dieb zusätzlich dein Handy.
11Betrug erkennenöffnen ›
Betrüger arbeiten fast immer mit denselben Tricks. Sei vorsichtig, wenn eine Nachricht oder ein Anruf:
- Druck macht: „sofort“, „heute noch“, „sonst wird Ihr Konto gesperrt“.
- Angst oder Freude auslöst: eine Drohung, ein Gewinn, ein Notfall in der Familie.
- Geld, Codes oder Daten will: PIN, TAN, Passwort, Kartennummer, Gutscheincodes.
- Einen Link oder ein Programm schickt: „Klicken Sie hier“, „Installieren Sie diese Hilfe“.
Bekannte Maschen:
- „Hallo Mama, hallo Papa, das ist meine neue Nummer, ich brauche dringend Geld.“
- Ein Anruf „von Microsoft“ oder „vom Support“: Dein Computer habe ein Virus.
- Eine SMS zu einem Paket mit Link, obwohl du nichts bestellt hast.
- Eine E-Mail „von deiner Bank“, du müsstest deine Daten bestätigen.
12Updates und fremde Hilfeöffnen ›
- Updates installieren. Wenn der Computer oder das Handy ein Update anbietet, sag ja. Updates schließen Sicherheitslücken.
- Mac, Linux und auch Windows bringen Schutz mit. Ein zusätzliches Programm, das dir jemand am Telefon verkauft, brauchst du nicht.
- Programme für Fernzugriff (etwa AnyDesk oder TeamViewer) lassen jemanden deinen Bildschirm steuern. Installiere so etwas nur für Menschen, die du persönlich kennst.
- Lade Programme nur von der Seite des Herstellers oder aus dem App Store.
13Wenn doch etwas passiert istöffnen ›
Das passiert auch klugen und vorsichtigen Menschen. Wichtig ist nur: schnell handeln.
- Geld oder Kontodaten betroffen: Sofort deine Bank anrufen und die Karte oder das Konto sperren lassen. Die Nummer steht auf der Rückseite der Karte.
- Jemand war auf deinem Computer: Das Internet trennen (WLAN aus oder Kabel ziehen) und jemanden holen, dem du vertraust.
- Passwort verraten: Das Passwort sofort ändern, zuerst bei der E-Mail.
- Anzeige: Bei jeder Polizeidienststelle. Im Notfall 133 (Österreich) oder 110 (Deutschland).
- Nachschauen: Auf watchlist-internet.at stehen aktuelle Betrugsmaschen aus Österreich.
Teil 4 · Souveränität
14Der nächste Schritt: souverän werdenöffnen ›
Souverän heißt: Du entscheidest, wo deine Daten liegen und wem deine Werkzeuge gehören.
Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Wer weitergehen will, findet die Anleitungen zum Selbermachen im Selbstlernkurs Aktiv souverän:
- Linux für Einsteiger: vom Herunterladen bis zum ersten Arbeiten.
- KI-Assistenten gut führen: ob Claude, Gemini, ChatGPT oder Lumo: Wer sie steuert statt nur fragt, bekommt bessere Antworten. Wie das geht, zeigt unser Partner KI bewusst: kibewusst.com.
Kleiner Test: Was würdest du tun?
Sechs Fragen. Tippe auf deine Antwort.
Deine Merkkarte
Druck diese Karte aus und leg sie neben den Computer.
Sieben Regeln für deine digitale Sicherheit
- Druck, Drohung, Gewinn? Erst einmal nichts tun.
- Niemals PIN, TAN oder Passwort weitergeben, auch nicht am Telefon.
- Bei Zweifel auflegen und selbst zurückrufen, unter der bekannten Nummer.
- Wichtiges lokal, die Sicherung verschlüsselt.
- Ein Browser: Brave. Ein Postfach: Proton.
- Für jedes Konto ein eigenes Passwort, gemerkt von Proton Pass.
- Updates installieren. Ist etwas passiert: sofort die Bank anrufen.
Wie geht es weiter?
Aktiv souverän – der Selbstlernkurs für Kopf, Körper, Alltag, Geld und dein digitales Leben.
Fragen? Jeden Freitag von 9 bis 10 Uhr gibt es eine Stunde live auf Substack.
Lieber persönlich begleitet, an deinen eigenen Fragen und in deinem Tempo?
Mentoring-Sitzung mit eigenem Dashboard